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Stefan Brunnhuber

Stefan Brunnhuber

Die Kunst der Transformation. Experte für disruptives Denken, Handeln & Nachhaltigkeit

Stefan Brunnhuber: Die Kunst der Transformation: Wie wir die Welt verändern können.

Stefan Brunnhuber – Von der Einsicht zum Handeln.

Wir wissen viel über unsere Welt, aber wir tun und handeln zu wenig. Wir kennen die Technologien (Erneuerbare Energien) die wir brauchen und wissen viel, welche Steuerungselemente notwendig wären (Tobinsteuer etc.); Wir wissen wie wir die Agrarproduktion steigern, welche Medikamente wir benötigen und welche Finanzinstrumente eingesetzt werden müssten um besser um zu verteilen (Erbschaftssteuer, progressive Einkommensteuer); wir wissen, dass man in einer endlichen Welt nicht unendlich wachsen kann und dass Glück und Zufriedenheit ab ein bestimmten Jahreseinkommen nicht mehr nennenswert zu steigern ist; Wir wissen auch, dass unser Wohlstandsmodell nur mit weniger Fleischkonsum, weniger und anderer Mobilität und einem anderen Lebensstil (mit weniger, aber dafür anders) besser, gesünder, gerechter und nachhaltiger ist. Wir wissen, dass wir seit 40 Jahren, jährlich 10 Banken/Währungs- oder Staatskrisen global erleben, aber dennoch so weiter machen wie bisher. Wir wissen, was wir benötigen um die Kreativität und die Lernkurve von Menschen steigern und freilegen können. Dennoch gelingt uns der Wechsel vom Wissen zum Tun nicht. Es hat im Wesentlichen mit unserem Bewusstseinsschwerpunkt und den damit verbundenen Mechanismen zu tun.

Von Good Governance, Technologie und Bewusstseinsschwerpunkt.

Es geht nicht darum, dass wir einen Veggie-Burger in recyclebares Papier einpacken, mit einem Elektroauto zu fahren und einmal pro Monat EUR 30 ,– an eine Non-Profit Organisation spenden, die sich mit ökologischen und soziale Projekten beschäftigt, sondern es geht um ein anderes Bewusstsein: Integraler, spiritueller, vernetzter, auch wahrhaftiger, demütiger. Die richtige Technologie und der richtigen Mahlzeiten kommen dann gleichsam von selbst. Mit Wachsen – Technologie – Bevölkerungspolitik und Good Governance allein wird es nicht gehen.

Wir müssen uns endlich die Wahrheiten sagen.

Technologien produzieren Rebounds; Erneuerbare Energien sind hoch-material intensiv, soziale Umverteilung und gesellschaftliche Integration sind wichtiger als das Co2 Ziel (welches wir so wie so nicht erreichen), unter knappen Ressourcen innerhalb eines begrenzten Zeithorizont müssen wir Prioritäten setzen; unser westliches Wohlstandsmodell ist nicht das einzige Gesellschaftsmodell für eine gemeinsame Zukunft; Wir sind Alle (fast überall) Ausländer; Wir wissen viel zu wenig als dass wir uns es leisten könnten auf das Potential von 250 Millionen Arbeitslosen und weiteren 250 Millionen Unterbeschäftigten zu verzichten, ganz zu schweigen von den 1,2 Mrd. Kinder die keine richtige Schulbildung bekommen; In einer pluralen Welt ist Keiner zu 100% falsch; Und wenn es um globale Toleranz geht, geht es darum‚ dass ‚wir alle nicht gleicher Meinung sein werden, aber wir uns alle dafür einsetzen sollten dass jeder seine Meinung auch sagen kann’.

Ein differenzierter Umgang mit der Wachstumsdebatte.

Unterscheidung von expansivem (äußerem) Wachsen und intensiver (innerer) Entwicklung; — Unterscheidung von Wachsen und Wachstumszwang – Viel von dem, wie wir wachsen, ist eher schädlich – Es gibt so etwas wie eine Wachstumsillusion – unendliches Wachsen in einer endlichen Welt geht nicht, auch mit substitutiven Technologien nicht – Umverteilen ist nur ein Weg in eine gerechtere Welt.

Selber-Machen.

Wer lokal vernetzt ist tut es lokal, wer national und wer global tätig tut es dort; Es ist nicht so wichtig, wo wir es machen, es ist überall gleichviel wert. Die Veränderung der Welt beginnt Innen und endet Außen; Sie beginnt mit der Individuation und endet im gegenseitigen Austausch und Respekt der damit verbundenen Erfahrungen.

Wir denken häufig in den falschen Frames.

Es gibt Alternativen zum linearen Denken und Handeln, Parallele Denken: Statt Expansives Wachsen, unendliche Technologische Substitution und nachgeordneter Umverteilung und Externalisierung von Allem was wir nicht Einpreisen können, lokale und regionale Alternativen mit Parallelwährungen; Komplementärmedizin und Schulmedizin, Arbeit und Leben sind weitere Beispiele.

Nachhaltigkeit ist…

Ein bewusstes Leben und Handel innerhalb äußerer und innerer Grenzen: die Äußeren sind uns vorgegeben durch die Belastungsgrenzen unsere Planeten (3 von 9 haben wir bereits überschritten); die Inneren Grenzen durch die Art wie wir Denken, Sprechen, Handeln, eben durch unser Bewusstsein: Wir halten Unsicherheiten, Widersprüche und Risiken schlecht aus und benötigen ständig ein Narrativ, dass uns als Person und als Gesellschaft zusammenhält; Wir verwechseln Kausalitäten, Korrelation, stehen ständig unter sozialem Konformitätsdruck und fühlen und handeln eigentlich nur innerhalb der ‚sogenannten mittleren Dimension‘ kohärent und sinnvermittelt; Für exponentielle Funktionen haben wir kein Wahrnehmungsorgan, unser Arbeitsgedächtnis hat nur eine geringe Speicherfunktion und unsere Aufmerksamkeitsspanne und Spannungstoleranz liegt im Sekundenbereich; Wir denken und handeln über Frames und sind uns derer nicht bewusst und bevorzugen lineares, analytischen und perspektivisches Denken (Rechts-hemisphärisch), obwohl wir auch parallel, intuitiv und holistisch denken können; Unser Ego ist auffällig instabil und nur ein Zwischenschritt in der Entwicklung des Bewusstseins; Wir unterliegen ständigen Illusionen (Wachstumsillussion und Kaufillussion) und immer dann wenn es zu schwierig ist, wenn also der Unterscheid zwischen Innenwelt und Aussenwelt nicht mehr zusammen passt (Kognitive Dissonanz), erzählen wir uns dann gegenseitig solange Geschichten bis es irgendwie wieder passt; wir haben Schwierigkeiten uns mit unserer eigenen und kollektiven Endlichkeit konstruktiv auseinander zu setzen: Wir leben eben im Anthropozän.

In einer vernetzten Welt gibt es keinen ‚Free Lunch‘.

Wenn es noch vor 2 Dekaden möglich war, dass jeder hier im Westen sein Wohlstandsmodell verfolgen konnten und die negativen Effekte irgendwie in die Zukunft verschoben, auf Drittländern abgewälzt oder in der Natur deponiert wurde, geht dass alles in einer vernetzten Welt nicht mehr. Alles hängt mit allem zusammen. Das verändert unser Bewusstsein und unser Bewusstsein verändert die Welt; keiner ist zu 100 % falsch in einer vernetzten Welt.

Jenseits von Alternativ- und Hoffnungslosigkeit.

Der Gedanke, dass etwas hoffnungslos oder zumindest alternativlos ist, hängt an den Bildern die wir im Kopf haben (EU- Rettungsschirm ist ein solches Bild). Haben wir ein anderes Bild im Kopf ändern sich die Alternativen. Stellen wir uns wirklich die richtigen Fragen: Was wäre wenn? Wer möchte ich gewesen sein? Was wollen wir als Gesellschaft erreicht haben? Das ist alles keine parapsychologische Folklore, sondern Ergebnisse von ‚Hardcore Science‘, 100 Jahre klinischer Erfahrung und schlicht der Ergebnisse der Lebenswissenschaften.

Stefan Brunnhuber – Welche Geschichten haben wir im Kopf?

Es gibt grosse und kleine Erzählungen. Zu den grossen zählt etwa das Patriarchat, der Big Bang, das Gesetz von Ursache und Wirkung oder auch unser Geldsystem als Monokultur oder auch unser Verständnis von Privateigentum; Aristoteles oder Konfuzius gehören hierher. Es geht aber auch anders. Etwa im Taoismus: Hier entsteht die Wirklichkeit durch den Tanz von Gegensätzen und Bipolaritäten. Zu den kleineren, davon abgeleiteten Erzählungen gehört etwa die Idee, das wir immer erst ökonomisch Wachsen müssen um dann umverteilen zu können; dass es immer die Anderen sind (Unternehmen, Politiker, Militär) und nicht ich/wir selbst, die den Unterschied machen können.

Wir müssen anfangen und dürfen dann nicht aufhören ausserhalb der ‚Box‘ zu denken und zu handeln.

Dies fordert mehr Achtsamkeit, mehr Demut, eine höheres Wissen um unsere Frames, ein breiteres Bewusstsein um die gegenseitigen Abhängigkeiten. Mehr Resilienz statt mehr Effizienz, mehr innere Entwicklung statt mehr expansives Wachstum. Das ist alles letztlich vielmehr eine Frage des Bewusstseins und weniger der Technologien, der Governance und des Wachstumspfades, den wir einschlagen. Sie sind alle eher Ausdruck des Bewusstseinschwerpunktes, den wir als Gesellschaft und als Einzelne einnehmen, nicht umgekehrt.

Kreativität und Problemlösungen fangen eigentlich erst hier an.

Stefan Brunnhuber wurde 1962 in Augsburg geboren. Nach KfZ-Mechaniker Lehre, Studium in Medizin, Philosophie und Sozialwissenschaften, Promotion zum Dr. med sowie Dr. rer.soc. MA phil, Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Homburg/Saar.

1999-2007 Oberarzt an der Abteilung für Psychotherapie und Med. Psychologie der Universität Würzburg. Mehrere internationale Gastprofessuren (UCLA, MAYO, Beijing, Budapest). Weiterbildung in Gruppentherapie, Schmerz, Psychoanalyse. Forschungsschwerpunkte sind Stress- und Affekt-, Psychotherapieforschung. Er beschäftigt sich auch mit gesundheitsökonomischen Fragen und Mind-body Medicine.

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Stefan Brunnhuber – Von der Einsicht zum Handeln.

Wir wissen viel über unsere Welt, aber wir tun und handeln zu wenig. Wir kennen die Technologien (Erneuerbare Energien) die wir brauchen und wissen viel, welche Steuerungselemente notwendig wären (Tobinsteuer etc.); Wir wissen wie wir die Agrarproduktion steigern, welche Medikamente wir benötigen und welche Finanzinstrumente eingesetzt werden müssten um besser um zu verteilen (Erbschaftssteuer, progressive Einkommensteuer); wir wissen, dass man in einer endlichen Welt nicht unendlich wachsen kann und dass Glück und Zufriedenheit ab ein bestimmten Jahreseinkommen nicht mehr nennenswert zu steigern ist; Wir wissen auch, dass unser Wohlstandsmodell nur mit weniger Fleischkonsum, weniger und anderer Mobilität und einem anderen Lebensstil (mit weniger, aber dafür anders) besser, gesünder, gerechter und nachhaltiger ist. Wir wissen, dass wir seit 40 Jahren, jährlich 10 Banken/Währungs- oder Staatskrisen global erleben, aber dennoch so weiter machen wie bisher. Wir wissen, was wir benötigen um die Kreativität und die Lernkurve von Menschen steigern und freilegen können. Dennoch gelingt uns der Wechsel vom Wissen zum Tun nicht. Es hat im Wesentlichen mit unserem Bewusstseinsschwerpunkt und den damit verbundenen Mechanismen zu tun.

Von Good Governance, Technologie und Bewusstseinsschwerpunkt.

Es geht nicht darum, dass wir einen Veggie-Burger in recyclebares Papier einpacken, mit einem Elektroauto zu fahren und einmal pro Monat EUR 30 ,– an eine Non-Profit Organisation spenden, die sich mit ökologischen und soziale Projekten beschäftigt, sondern es geht um ein anderes Bewusstsein: Integraler, spiritueller, vernetzter, auch wahrhaftiger, demütiger. Die richtige Technologie und der richtigen Mahlzeiten kommen dann gleichsam von selbst. Mit Wachsen – Technologie – Bevölkerungspolitik und Good Governance allein wird es nicht gehen.

Wir müssen uns endlich die Wahrheiten sagen.

Technologien produzieren Rebounds; Erneuerbare Energien sind hoch-material intensiv, soziale Umverteilung und gesellschaftliche Integration sind wichtiger als das Co2 Ziel (welches wir so wie so nicht erreichen), unter knappen Ressourcen innerhalb eines begrenzten Zeithorizont müssen wir Prioritäten setzen; unser westliches Wohlstandsmodell ist nicht das einzige Gesellschaftsmodell für eine gemeinsame Zukunft; Wir sind Alle (fast überall) Ausländer; Wir wissen viel zu wenig als dass wir uns es leisten könnten auf das Potential von 250 Millionen Arbeitslosen und weiteren 250 Millionen Unterbeschäftigten zu verzichten, ganz zu schweigen von den 1,2 Mrd. Kinder die keine richtige Schulbildung bekommen; In einer pluralen Welt ist Keiner zu 100% falsch; Und wenn es um globale Toleranz geht, geht es darum‚ dass ‚wir alle nicht gleicher Meinung sein werden, aber wir uns alle dafür einsetzen sollten dass jeder seine Meinung auch sagen kann’.

Ein differenzierter Umgang mit der Wachstumsdebatte.

Unterscheidung von expansivem (äußerem) Wachsen und intensiver (innerer) Entwicklung; — Unterscheidung von Wachsen und Wachstumszwang – Viel von dem, wie wir wachsen, ist eher schädlich – Es gibt so etwas wie eine Wachstumsillusion – unendliches Wachsen in einer endlichen Welt geht nicht, auch mit substitutiven Technologien nicht – Umverteilen ist nur ein Weg in eine gerechtere Welt.

Selber-Machen.

Wer lokal vernetzt ist tut es lokal, wer national und wer global tätig tut es dort; Es ist nicht so wichtig, wo wir es machen, es ist überall gleichviel wert. Die Veränderung der Welt beginnt Innen und endet Außen; Sie beginnt mit der Individuation und endet im gegenseitigen Austausch und Respekt der damit verbundenen Erfahrungen.

Wir denken häufig in den falschen Frames.

Es gibt Alternativen zum linearen Denken und Handeln, Parallele Denken: Statt Expansives Wachsen, unendliche Technologische Substitution und nachgeordneter Umverteilung und Externalisierung von Allem was wir nicht Einpreisen können, lokale und regionale Alternativen mit Parallelwährungen; Komplementärmedizin und Schulmedizin, Arbeit und Leben sind weitere Beispiele.

Nachhaltigkeit ist…

Ein bewusstes Leben und Handel innerhalb äußerer und innerer Grenzen: die Äußeren sind uns vorgegeben durch die Belastungsgrenzen unsere Planeten (3 von 9 haben wir bereits überschritten); die Inneren Grenzen durch die Art wie wir Denken, Sprechen, Handeln, eben durch unser Bewusstsein: Wir halten Unsicherheiten, Widersprüche und Risiken schlecht aus und benötigen ständig ein Narrativ, dass uns als Person und als Gesellschaft zusammenhält; Wir verwechseln Kausalitäten, Korrelation, stehen ständig unter sozialem Konformitätsdruck und fühlen und handeln eigentlich nur innerhalb der ‚sogenannten mittleren Dimension‘ kohärent und sinnvermittelt; Für exponentielle Funktionen haben wir kein Wahrnehmungsorgan, unser Arbeitsgedächtnis hat nur eine geringe Speicherfunktion und unsere Aufmerksamkeitsspanne und Spannungstoleranz liegt im Sekundenbereich; Wir denken und handeln über Frames und sind uns derer nicht bewusst und bevorzugen lineares, analytischen und perspektivisches Denken (Rechts-hemisphärisch), obwohl wir auch parallel, intuitiv und holistisch denken können; Unser Ego ist auffällig instabil und nur ein Zwischenschritt in der Entwicklung des Bewusstseins; Wir unterliegen ständigen Illusionen (Wachstumsillussion und Kaufillussion) und immer dann wenn es zu schwierig ist, wenn also der Unterscheid zwischen Innenwelt und Aussenwelt nicht mehr zusammen passt (Kognitive Dissonanz), erzählen wir uns dann gegenseitig solange Geschichten bis es irgendwie wieder passt; wir haben Schwierigkeiten uns mit unserer eigenen und kollektiven Endlichkeit konstruktiv auseinander zu setzen: Wir leben eben im Anthropozän.

In einer vernetzten Welt gibt es keinen ‚Free Lunch‘.

Wenn es noch vor 2 Dekaden möglich war, dass jeder hier im Westen sein Wohlstandsmodell verfolgen konnten und die negativen Effekte irgendwie in die Zukunft verschoben, auf Drittländern abgewälzt oder in der Natur deponiert wurde, geht dass alles in einer vernetzten Welt nicht mehr. Alles hängt mit allem zusammen. Das verändert unser Bewusstsein und unser Bewusstsein verändert die Welt; keiner ist zu 100 % falsch in einer vernetzten Welt.

Jenseits von Alternativ- und Hoffnungslosigkeit.

Der Gedanke, dass etwas hoffnungslos oder zumindest alternativlos ist, hängt an den Bildern die wir im Kopf haben (EU- Rettungsschirm ist ein solches Bild). Haben wir ein anderes Bild im Kopf ändern sich die Alternativen. Stellen wir uns wirklich die richtigen Fragen: Was wäre wenn? Wer möchte ich gewesen sein? Was wollen wir als Gesellschaft erreicht haben? Das ist alles keine parapsychologische Folklore, sondern Ergebnisse von ‚Hardcore Science‘, 100 Jahre klinischer Erfahrung und schlicht der Ergebnisse der Lebenswissenschaften.

Stefan Brunnhuber – Welche Geschichten haben wir im Kopf?

Es gibt grosse und kleine Erzählungen. Zu den grossen zählt etwa das Patriarchat, der Big Bang, das Gesetz von Ursache und Wirkung oder auch unser Geldsystem als Monokultur oder auch unser Verständnis von Privateigentum; Aristoteles oder Konfuzius gehören hierher. Es geht aber auch anders. Etwa im Taoismus: Hier entsteht die Wirklichkeit durch den Tanz von Gegensätzen und Bipolaritäten. Zu den kleineren, davon abgeleiteten Erzählungen gehört etwa die Idee, das wir immer erst ökonomisch Wachsen müssen um dann umverteilen zu können; dass es immer die Anderen sind (Unternehmen, Politiker, Militär) und nicht ich/wir selbst, die den Unterschied machen können.

Wir müssen anfangen und dürfen dann nicht aufhören ausserhalb der ‚Box‘ zu denken und zu handeln.

Dies fordert mehr Achtsamkeit, mehr Demut, eine höheres Wissen um unsere Frames, ein breiteres Bewusstsein um die gegenseitigen Abhängigkeiten. Mehr Resilienz statt mehr Effizienz, mehr innere Entwicklung statt mehr expansives Wachstum. Das ist alles letztlich vielmehr eine Frage des Bewusstseins und weniger der Technologien, der Governance und des Wachstumspfades, den wir einschlagen. Sie sind alle eher Ausdruck des Bewusstseinschwerpunktes, den wir als Gesellschaft und als Einzelne einnehmen, nicht umgekehrt.

Kreativität und Problemlösungen fangen eigentlich erst hier an.

Stefan Brunnhuber wurde 1962 in Augsburg geboren. Nach KfZ-Mechaniker Lehre, Studium in Medizin, Philosophie und Sozialwissenschaften, Promotion zum Dr. med sowie Dr. rer.soc. MA phil, Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Homburg/Saar.

1999-2007 Oberarzt an der Abteilung für Psychotherapie und Med. Psychologie der Universität Würzburg. Mehrere internationale Gastprofessuren (UCLA, MAYO, Beijing, Budapest). Weiterbildung in Gruppentherapie, Schmerz, Psychoanalyse. Forschungsschwerpunkte sind Stress- und Affekt-, Psychotherapieforschung. Er beschäftigt sich auch mit gesundheitsökonomischen Fragen und Mind-body Medicine.

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